Erzwungenes Konfliktmanagement „von unten”

Schulreform mit www.dialog-in-bildung.de & www.schulkritik.de

Konzept (Kurzfassung)

  1. Schulkritik hilft den Betroffenen der Schul- und Bildungsmisere durch Förderung von Kritikfähigkeit und Zivilcourage, ihre Interessen selbstbewusst wahrzunehmen. Bei Problemen und Konflikten soll immer zuerst die Möglichkeit einer Verständigung – der „friedlichen” Auseinandersetzung ohne Eskalation – wahrgenommen werden. Diesen Aufgaben widmet sich die Arbeitsgruppe zur Website www.dialog-in-bildung.de. 
  2. Bleibt der Dialog erfolglos, wird die Angelegenheit an www.schulkritik.de weitergegeben. Bemühungen um eine Konfliktlösung wechseln nun ebenso friedlich auf eine höhere Ebene: in die öffentliche Diskussion der Angelegenheit durch Einsatz moderner Möglichkeiten der überregionalen Informationsvermittlung (Internet).
  3. Ist eine Lösung auch jetzt noch nicht in Sicht, greift die nächsthöhere Stufe friedlicher Auseinandersetzung auf überregional verbreitete Printmedien, d. h. auf eher konventionelle Methoden zurück. Die erneute Steigerung liegt darin, dass sich gedruckte Missstände weder löschen noch in ein Archiv verbannen lassen. Nicht nur die betreffende Schule, sondern ebenso der Aufsicht führende Schulleiter und die verantwortlichen Politiker sind auch historisch greifbar und vermitteln der Nachwelt ihre Auffassung von Bildungskultur in einer zeitlichen wie auch örtlichen Dimension. Deren Kindern und Enkeln sei es dann vergönnt, in den Schulen der Zukunft aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen …

Dialog in Bildung

… ist eine Gründung des Bildungsvereins „Schulkritik” zusammen mit anderen gemeinnützigen Vereinen mit dem Ziel, die Schule transparenter zu gestalten: Ein Versuch, das Konfliktmanagement des staatlichen Schulsystems „von außen“ zu demokratisieren, weil ernsthafte Bemühungen um entsprechende „Reformimpulse von innen” auch nach mehr als 40 Jahren Bildungsmisere kaum erkennbar sind.

Das Mittel hierzu ist zunächst der Dialog. Gespräche sind die schnellste und einfachste Möglichkeit einer jeden Konfliktlösung. Nach Einschaltung von Mitarbeitern des „Dialog-in-Bildung” - Projekts stehen die Betroffenen einer übermächtigen Bildungsbürokratie zumindest nicht alleine gegenüber. Doch auch die Gegenseite profitiert, indem sie sich mit kompetenten Gesprächs- und Verhandlungspartnern auseinandersetzen kann.

Öffentliche Diskussion

Leider ist nicht immer eine übereinstimmend befriedigende Lösung erzielbar. In solchen Fällen sei zunächst davon auszugehen, dass die staatliche Schulaufsicht (Lehrer, Schulleiter, Schulamt, Kultusministerium, Politiker) in fachlicher, rechtlicher wie auch moralischer Hinsicht richtig entschieden hat. Und für Problemlösungen und Verfahrensweisen auf einem festen Fundament braucht sich niemand zu schämen! Folglich lassen sich als gut und richtig erkannte Entscheidungen bedenkenlos auch öffentlich vertreten und diskutieren (Transparenz). Dabei zu glänzen, sollte den Verantwortlichen eine Freude sein! Doch es ist oft keine Freude – und wir alle kennen mögliche Gründe.

Ausgangslage

Probleme oder Konflikte im Schulbereich enden allzu oft mit großer Enttäuschung der Betroffenen: Behörden und pädagogisch geschultes Lehrpersonal erweisen sich den Eltern und Schülern in Fachwissen (Gesetze, Verordnungen), Rhetorik (Sprachgewandtheit, Ausdrucksform), Finanzkraft (Gerichtsverfahren über alle Instanzen) und souveränem bis hin zu obrigkeitsstaatlichem Auftreten als weitaus überlegen. Ganz besonders jene Mitbürger, deren Muttersprache eine andere ist als deutsch, sind mehrheitlich kaum in der Lage, ihre berechtigten Interessen alleine zu vertreten und gesetzliche Rechte wahrzunehmen. Von Sonntagsreden über „Integration” fühlen sie sich mit Recht verhöhnt. Dasselbe gilt für bildungsferne Bevölkerungsschichten. Anliegen und Bitten werden allzu oft von Schule, Lehrern oder Schulaufsicht abgewiesen, erkennbare Missstände und Ungerechtigkeiten nicht behoben und weitere Hilfestellung nur selten gewährt.

Was in den staatlichen Schulen der deutschen Bundesländer vor sich geht, bleibt den Blicken der Öffentlichkeit weitgehend verborgen. Dies ist berechtigt, soweit es die Wahrung der Privatsphäre von Schülern, Eltern und Lehrern, Persönlichkeits- und Beamtenrechte betrifft. Doch leider werden unter diesem Schutzschild auch nahezu alle übrigen schulischen Belange der Transparenz entzogen, womit sich Missstände jeglicher Art verbergen lassen.

Das Konfliktmanagement des hierarchie- und weisungsgebundenen staatlichen Schulsystems in Deutschland befindet sich schon seit Jahrzehnten in einem Zustand chaotischer Konfusion. Es spiegelt vor allem persönliche Grundeinstellungen, Arbeitsweisen und Willkür der dort arbeitenden Bediensteten wider – und diese sind sehr unterschiedlich! Für Reformen fehlt jeglicher Anreiz und vor allem der notwendige Druck. Beschwerden bei Schulleitern, Schulämtern oder Kultusministerien über schulische Missstände sind in der Regel erfolglos. Von den Betroffenen nicht einsehbare Erklärungen und Ausreden dienen allzu häufig als alleinige Grundlage für die Zurückweisung von Vorwürfen, wobei sich Aufsichtsbehörden meist monatelang Zeit lassen und allzu oft auf klärende Nachforschungen verzichten – eine bedenkenswerte Vorgehensweise, die sich wiederum der Transparenz entzieht.

Die Folge sind immer häufiger als unakzeptabel und unverständlich empfundene Entscheidungen der Schulaufsicht, die den Ansprüchen des menschlichen Miteinanders entgegenzustehen scheinen. Betroffene Schüler, Eltern und Lehrer fühlen sich machtlos, weil die Möglichkeiten rechtlicher Mittel bei schulischen Angelegenheiten äußerst begrenzt sind. Ohne Fachkenntnisse in Schulrecht und Verwaltung fühlen sie sich hilflos und von den – in einer Schule zeitnah zu lösenden – Problemen überfordert.

Schulkritik!

Um die Position von Schülern und Eltern zu stärken, wurde „Schulkritik” (gemeinnütziger Verein, Internet-Portal, Zeitschrift) gegründet. Dessen Konzept bewährte sich in den letzten Monaten als starkes „Macht- und Druckmittel” vor allem in jenen Fällen, bei denen alle vorherigen Bemühungen vergeblich waren.

Doch auch die Lehrer selbst sind vielfach unverständlichen Zwängen und unnötigen Belastungen ausgesetzt. Schulkritik wurde von Pädagogen mitbegründet und kümmert sich ebenso um Verbesserungen in deren Arbeitsbereich. Lehrer zählen – obwohl sie aus dienstlichen Gründen nicht öffentlich auftreten können und wollen – zu den wichtigsten Mitwirkenden und Informanten: ein Beitrag zur Qualitätssicherung von Schulkritik!

pdf 148 KB (09.11.2009)